Integration

JTL-Wawi mit Shopware 6 anbinden: Connector, Sync und Stolperfallen

Der JTL-Connector für Shopware 6 läuft als gehosteter Dienst von JTL, ohne Plugin im Shop. Diese Anleitung zeigt die Einrichtung, was er abgleicht, was nicht, und welche Einstellungen den ersten Sync retten.

Von Huzaifa Mustafa 6 Min. Lesezeit 31. Oktober 2026

Die kurze Antwort

JTL betreibt den Connector für Shopware 6 selbst, als gehosteten Dienst. Sie legen in Shopware eine Integration an, erstellen den Connector im JTL-Kundenkonto und fügen ihn in JTL-Wawi als Verkaufskanal hinzu. Danach führt die Wawi: Artikel, Preise und Bestand pflegen Sie nur noch dort. Kundenspezifische Preise und einige Artikeldaten gleicht der Connector nicht ab, prüfen Sie die Funktionsmatrix also vor dem Start.

Geprüft gegen: den JTL-Guide (Stand Oktober 2026) und die JTL-Funktionsmatrix "Kompatibilität mit JTL-Wawi" (Stand 02.2025). JTL gibt Shopware 6 von 6.1 bis 6.7.14 frei. Für 6.7.15 lag zu diesem Zeitpunkt noch keine Freigabe vor.

Die Anbindung von JTL-Wawi an Shopware 6 ist schnell eingerichtet. Die Probleme entstehen danach, wenn Daten nicht ankommen, die niemand vermisst hat, bis ein Kunde fragt.

Wer vorher weiß, was der Connector abgleicht und was nicht, plant die Lücken ein, statt sie im Livebetrieb zu finden.

So funktioniert der Connector

  • Kein Plugin im Shop: JTL betreibt den Connector für Shopware 6 als gehosteten Dienst. Er spricht über eine Integration mit der API Ihres Shops, und JTL wählt die passende PHP-Version selbst.
  • JTL-Worker gleicht ab: der Worker läuft im Hintergrund auf Ihrer Wawi-Seite, holt neue Bestellungen ab und meldet Bestandsänderungen zurück. JTL empfiehlt, ihn als Windows-Dienst unter einem eigenen Benutzer laufen zu lassen.
  • Abrechnung pro Transaktion: jede Bestellung, die der Connector an JTL-Wawi überträgt, zählt als Transaktion. Eine Testphase gibt es nicht, und Bestellungen aus den 7 Tagen vor der Lizenzaktivierung werden mit abgerechnet.

Wichtig: setzen Sie im JTL-Kundencenter "Aufträge ab einem bestimmten Datum importieren", bevor Sie den Connector aktivieren. Sonst bezahlen Sie für alte Bestellungen, die Sie gar nicht in der Wawi haben wollen.

Einrichtung in drei Schritten

1. Integration in Shopware anlegen

Unter Einstellungen > System > Integrationen auf Integration anlegen klicken, eine Rolle oder Administrator wählen, Zugangs-ID und Sicherheitsschlüssel notieren und Integration speichern.

2. Connector im JTL-Kundenkonto erstellen

Unter Bestellungen & Lizenzen > Shop-Connectoren > Connector-Verwaltung auf Jetzt erstellen klicken, die Onlineshop URL eintragen und speichern. Notieren Sie Connector-URL und Connector-Token.

3. Verkaufskanal in JTL-Wawi hinzufügen

Unter Plattformen > Verkaufskanäle > Hinzufügen als Verkaufsweg JTL-Connector wählen. Im Reiter Verbindung URL und Token eintragen und Verbindung testen. Im Reiter Zuordnungen die Kundengruppe setzen und speichern.

Mit JTL-Worker 2.0 starten Sie den Worker-Dienst danach neu und legen die Intervalle pro Datentyp unter Admin > JTL-Worker-Status fest. Einen Abgleich von Hand starten Sie über Plattformen > Abgleich starten > JTL-Connector. Welche Artikel in den Shop gehen, legen Sie pro Kategorie fest: in den Kategoriestammdaten unter Onlineshops/JTL-POS den Haken bei Shopware 6 setzen.

Was abgeglichen wird, und was nicht

Laut JTL-Funktionsmatrix (Stand 02.2025) gleicht der Connector für Shopware 6 unter anderem ab: Kategorien mit Bildern und Sortierung, Artikelnummer, HAN und EAN, mehrsprachige Texte, SEO-Daten, Maße und Gewicht, Mindestabnahme, Einheiten und Grundpreise, Brutto- und Nettopreise, Kundengruppen- und Staffelpreise, Sonderpreise, UVP, Variationen und Varkombis, Merkmale, Bestand und Überverkauf, Hersteller, Kunden und Kundengruppen sowie Bestellungen mit Zahlungs- und Versandart, Lieferscheinen und Trackingnummern.

Nicht unterstützt

Kundenspezifische Preise, Einkaufspreis, teilbare Mengen, MHD und Erscheinungsdatum, Artikelsortierung, Sortierung und Bilder von Merkmalen, Mindestbestand, Herstellersortierung und Hersteller-SEO-URL, Kundengruppen-Attribute, Guthaben sowie Upload-, Download- und Mediendatei-Artikel.

Nur teilweise

Stücklisten und Konfiguratorartikel kommen als ein Artikel ohne Bezug zu den einzelnen Komponenten an.

Für B2B-Shops wiegt der erste Punkt am schwersten. Verhandelte Preise pro Kunde, die in der Wawi gepflegt sind, kommen über den Connector nicht in Shopware an. Welche Wege es in Shopware dafür gibt, zeigt die B2B-Anleitung.

Funktionsattribute: Shopware-Felder aus der Wawi steuern

Für Shopware-Felder ohne eigene Entsprechung in der Wawi gibt es Funktionsattribute am Artikel. Die wichtigsten:

  • sales_channels legt fest, in welchen Verkaufskanälen der Artikel verkauft wird, und main_category_id setzt die Hauptkategorie.
  • canonical_product_sku bestimmt, welche Variante die allgemeine URL des Produkts stellt.
  • cms_page_name, hide_in_listings_and_search, custom_search_keywords und max_order_quantity steuern Layout, Sichtbarkeit, Suche und Höchstmenge.
  • Die drei Attribute storefront_presentation_* steuern die Variantendarstellung und lassen sich nicht kombinieren.

Die Stolperfallen beim ersten Sync

  • Die Wawi führt: nach dem ersten Abgleich pflegen Sie Artikel, Kategorien und Kundendaten nicht mehr in der Shopware-Administration. JTL sagt das ausdrücklich, auch wenn nicht dokumentiert ist, wann genau der Shop überschrieben wird.
  • Artikelnummern müssen identisch sein: bestehende Artikel werden über die Artikelnummer zusammengeführt. Abweichende Nummern ergeben doppelte Artikel.
  • Lange Meta-Beschreibungen blockieren: Meta Descriptions über 255 Zeichen halten den Abgleich an. Die Option "Meta Description von Artikeln für den Onlineshop kürzen" verhindert das.
  • Nummernkreise: wenn Sie "Auftragsnummer aus dem Shop verwenden" aktivieren, dürfen sich die Nummernkreise von Wawi und Shop nicht überschneiden.
  • Plugin-Daten fehlen still: überträgt der Shop Daten an die Wawi, kommen Daten aus Shopware-Erweiterungen nicht mit, und es gibt keine Fehlermeldung. Ab Connector 2.1.8 sendet "Eigene Felder zum Onlineshop senden" Zusatzfelder in die Gegenrichtung, auch aus Plugin-Feldsets.
  • Erst sichern, dann syncen: sichern Sie die Wawi-Datenbank vor dem ersten Abgleich. Bei vielen Bildern dauert er lange.

Testen Sie Shopware-Updates gegen den Connector auf Staging, bevor sie live gehen. Die Freigabeliste von JTL läuft den Shopware-Versionen hinterher, und für aktuelle 6.7-Versionen gibt es bereits ein quelloffenes Plugin eines Drittanbieters, das fehlende Connector-Daten nachbessert. Beides spricht dafür, jede neue Version erst mit echtem Abgleich zu prüfen.

Wichtigste Erkenntnisse

  • Der Connector ist ein gehosteter JTL-Dienst ohne Shop-Plugin, abgerechnet pro übertragener Bestellung.
  • Setzen Sie das Importdatum für Aufträge, bevor Sie aktivieren, sonst zahlen Sie für alte Bestellungen.
  • Kundenspezifische Preise, Einkaufspreise und Stücklisten-Komponenten kommen nicht oder nur teilweise an.
  • Nach dem ersten Sync führt die Wawi, und jedes Shopware-Update gehört vorher auf Staging gegen den Connector getestet.

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